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SZ Erleben 0
Vaters Kiste - Bild 1

Vaters Kiste

Eine Geschichte über das Erben - Rezensiert in der SZ von Kristina Maidt-Zinke

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Beschreibung

Ein Gedenken an den verstorbenen Vater, ein Nachdenken darüber, was erben heißt, ein kämpferischer Aufruf, aus der Falle des alternativlosen Denkens und Handelns auszubrechen.

Das Erbe seines Vaters hat Lukas Bärfuss ausgeschlagen: Es waren vor allem Schulden. Geblieben ist nur eine Kiste, die der Sohn nach fünfundzwanzig Jahren zum ersten Mal in Augenschein nimmt und die ihn zurückführt in seine eigene, schwierige Kindheit, in eine Jugend auf der Straße. Die Fragen werden drängend: Was hat er geerbt von seinem abwesenden, kriminellen Vater? Wie steht es um ein auf Privatvermögen zielendes Erbrecht, das uns, obwohl kaum hundert Jahre alt, wie ein Naturgesetz vorkommt? Wie steht es um die Verantwortlichkeit jenseits der familiären Bindung, wie steht es um die Teilhabe der Nachgeborenen, deren Schicksal wir bestimmen mit dem, was wir ihnen hinterlassen, mit unserem Erbe, unserem Müll?

Antworten werden sich nicht finden lassen, solange das planende Denken vor dem Wegfall aller Selbstverständlichkeiten die Augen verschließt, solange es sich einer Enttäuschung verweigert, die uns die wichtigen Fragen erst ermöglichen würde: Wollen wir weiter so leben wie bisher?
Und wenn nicht: wie dann?

Details

Auflage
2. Aufl.
Autor/en
Lukas Bärfuss
Erscheinungstermin
14.10.2022
ISBN
9783498003418
Seitenzahl
96
Verlag / Label
Rowohlt, Hamburg

Rezensiert in der Süddeutschen Zeitung von Kristina Maidt-Zinke

Ein verpfuschtes Lebens voller Armut, Schulden und Kriminalität - zum ersten Mal schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seinen Vater. Sein Essay ist zugleich ein Leitfaden für das Denken in wirren Zeiten.