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Der Große Gopnik - Bild 1

Der Große Gopnik

Roman

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Beschreibung

Viktor Jerofejews epischer Roman ist ein brillantes Schelmenstück, das vom Aufstieg Putins handelt, der als Großer Gopnik das verkörpert, was eigentlich nicht möglich sein sollte: einen Halbstarken, einen Rowdy, einen Proll, der nicht nur bis in die höchste Machtzentrale vordringt, sondern sich dort auch hält. Das kann sich nur jemand ausgedacht haben! Aber wer? Jemand, der von seiner Mutter für talentlos gehalten wird und dessen Vater wegen der Veröffentlichung eines kritischen Texts seinen Posten als hochrangiger Diplomat verliert, ein Autor, der niemals so radikal wie seine Schwester O. sein wird, die dem postsowjetischen Russland mithilfe der Pornografie den Spiegel vorhält, und der trotzdem mehr als einmal aus dem Schriftstellerverband fliegt und heute im Exil in Deutschland lebt. Und so erzählt Jerofejew die Geschichte des heutigen Russlands aus der Perspektive des Schriftstellers - dem es freisteht, sich durch Zeit und Raum zu bewegen, Figuren auf- und abtreten zu lassen, Dinge dazuzuerfinden und Erlebtes, Gehörtes und Gesehenes als Schwindel zu entlarven. Jerofejew wagt nicht weniger als eine literarische Erklärung für das, was heute passiert: Der Große Gopnik ist eine rasante und ironische, zuweilen auch zynische Bewegung durch Zeit und Raum, in der sich Stalin, Putin und die Eltern des Schriftstellers, seine Schriftstellerkollegen und seine Frauen wie zum Abendessen an einem Tisch wiederfinden, um die eine unlösbare Frage zu stellen: Wie konnte es nur so weit kommen?

Details

Auflage
1. Auflage
Autor/en
Viktor Jerofejew, Beate Rausch
Erscheinungstermin
12.10.2023
ISBN
9783751809351
Seitenzahl
614
Verlag / Label
Matthes & Seitz Berlin

Schriftstellerinnen und Intellektuelle beantworten die Frage: Welches Buch war für Sie im Jahr 2023 besonders wichtig? Maxim Biller, Schriftsteller:

Der größte russische Schriftsteller von heute lebt in Berlin, am Kollwitzplatz, im Epizentrum des verfluchten, dekadenten Prenzlauer Bergs, und schreibt vielleicht genau deshalb immer noch um sein Leben – als Künstler, als Trinker, als Sohn eines stalinistischen Karrieristen, als Dissident der zweiten Welle, als intellektueller Gegenspieler und lange auch geduldeter Hofnarr von Putin I. Herausgekommen ist dabei diesmal ein Roman wie ein Marschflugkörper, der sich in Sekundenschnelle dem Kreml nähert, ihn dann aber leider um ein paar Hundert Meter verfehlt und nur einen Haufen willenloser ewiger russischer Leibeigener bei einem Besäufnis in ihrer stickigen, verrauchten Küche ins moralische Jenseits befördert.

Lesen Sie bitte dieses Buch, wenn Sie wissen wollen, wie Diktaturen entstehen! Und fragen Sie sich dabei immer wieder, ob Sie selbst jemals so mutig wären, wie Viktor Jerofejew jahrelang der Kopf der intellektuellen russischen Opposition zu sein und dann auch noch als Vierundsiebzigjähriger mit einer jungen Frau und einem kleinen Kind aus Russland zu emigrieren. Meistens trägt Viktor Jerofejew übrigens nur ein paar alte, zerschlissene Loafers, auch im Winter. Immer, wenn ich ihn so sehe, denke ich, der Mann ist unsterblich. Der Schriftsteller Jerofejew ist es bestimmt.