Transparenz gehört zum Journalismus

Der Transparenz-Blog der Süddeutschen Zeitung

„Gibt es eine Art Zensur?“, „Wie gehen Sie mit Korrekturen um?“ und „Wie steht es um die Pressefreiheit?“ Fast täglich erreichen mich solche Fragen von Leserinnen und Lesern. Als Teamleiter für den Bereich Social Media und Leserdialog gehört es zu meinem Job, auf möglichst all diese Fragen zu antworten. Ganz egal, ob die Nachfrage höflich per E-Mail gestellt wurde oder nur als Randnotiz in einer hitzig geführten Twitter-Diskussion auftaucht.

Transparenz gehört zum journalistischen Alltag dazu. Mit jeder beantworteten Frage wächst das Vertrauen in den Journalismus.

Daniel Wüllner

Zu diesem Zweck haben wir am 3. Mai 2021, am Internationalen Tag der Pressefreiheit, den SZ-Transparenz-Blog gestartet. Er gibt Einblick in den Journalistenalltag. Er bietet FAQs zu wichtigen Projekten, wie den Corona-Daten. Er bildet auch den internen Diskurs in der SZ ab: Wie im Haus über den letzten Shitstorm diskutiert wurde? Warum verwendet die SZ keine Gendersternchen in Artikeln?

Anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens hatte die Süddeutsche Zeitung im Sommer 2020 ihre Leserinnen und Leser um eben solche Fragen gebeten. Manche waren ernsthaft, andere lustig, ein paar besorgniserregend. Die Antworten können Sie nachlesen, einige auch anschauen. Doch mit der Beantwortung von 75 Fragen ist das Bedürfnis nach Transparenz natürlich nicht gestillt. Das große Feedback zur Jubiläums-Aktion haben wir als Ansporn und als Lektion verstanden. Es braucht eine Plattform, auf der die Süddeutsche Zeitung regelmäßig interne Prozesse, wichtige Entscheidungen und umstrittene Diskurse für Sie transparent erläutert.

Das funktioniert natürlich nur, wenn wir die richtigen Fragen beantworten. Schicken Sie mir also gerne Ihre Frage an daniel.wuellner@sz.de und besuchen Sie den SZ-Transparenz-Blog.

Mit transparenten Grüßen,
Daniel Wüllner

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Warum Sie die digitale Ausgabe kennen und lesen sollten

Meine Freunde fragen mich oft, was genau ich eigentlich bei der SZ arbeite. Ich leite das Team der Digitalen Ausgabe, sage ich dann – und muss im Anschluss viel erklären.

Die Digitale Ausgabe hat als digitale Version der gedruckten Zeitung begonnen: eine kuratierte Bündelung aller an diesem Tag wichtigen SZ-Inhalte, angepasst an digitale Lesebedürfnisse und Endgeräte, exklusiv für Sie als Abonnent*innen. Wir orientieren uns im Aufbau an der Print-Struktur, auf die Titelseite folgt also das Thema des Tages sowie Die Seite Drei und die Meinung usw., doch können im Digitalen viele Inhalte ganz anders aufbereitet und erzählt werden als in der gedruckten Zeitung. Mittlerweile ist die digitale Ausgabe also sehr viel mehr als das Abbild der Print-SZ:

So lassen wir das Streiflicht jeden Tag vertonen, damit Sie es sich beim morgendlichen Kaffee anhören können. In extra für die digitale Ausgabe produzierten Videos ordnen SZ-Redakteur*innen aktuelle Ereignisse ein, kommentieren das Nachrichtengeschehen oder zeigen, wie FFP2-Masken korrekt getragen werden. In jeder Wochenend-Ausgabe bündeln wir alles Wichtige zum Themenkomplex Österreich in einem eigenen Ressort. Im Wissen finden Sie täglich einen Grafik-Artikel, der Ihnen die aktuellen Corona-Zahlen aufbereitet und einordnet. Sie sind Podcast-Fan? Dann hören Sie doch mal in den wöchentlichen Sport-Podcast, den wir in jeder Dienstagsausgabe prominent auf der Titelseite platzieren.

Was mich am meisten begeistert, sind die tollen Möglichkeiten, Geschichten digital zu erzählen.

Britta Schönhütl

So wird die Recherche zu Unterwasserlärm in der digitalen Ausgabe zum akustischen Tauchgang, bei dem ich durch Hörbeispiele am eigenen Leib erfahre, welchen Effekt menschlicher Lärm auf Meerestiere haben kann. Oder ich kann vom Sofa aus virtuell nach Neuseeland reisen, wenn mir die Pandemie mal wieder zu viel und die Sehnsucht nach der Welt zu groß wird.

Nur, wo findet man all diese Inhalte? Ich persönlich lese am liebsten in der grünen SZ-App, die man sich in den App-Stores herunterladen kann. Dort flattert jeden Tag um 19 Uhr die digitale Ausgabe herein, die über den Abend hinweg kontinuierlich aktualisiert wird. Ich kann Artikel für später speichern, nochmal in der letzten Wochenend-Ausgabe schmökern oder das digitale SZ Magazin lesen. Spannend ist auch der extra Bereich für digitale Sonderausgaben: Hier finden Sie zum Beispiel die wöchentliche SZ Extra mit Kultur- und Freizeittipps, den Jahresrückblick, Literatur-Empfehlungen, einen Serien-Guide, ein Dossier zum Nachhaltig Geldanlegen und so viel mehr! Und das Beste daran? Unsere Komplett-Abonnent*innen können diese Sonderausgaben ganz einfach kostenlos herunterladen und genießen.

Was genau jetzt also mein Job ist? Ich sorge mit meinem Team dafür, dass all die großartigen SZ-Inhalte in ihrer besten digitalen Form in der Ausgabe landen – und dann um 19 Uhr veröffentlicht werden können. Das ist wohl auch der eine Punkt, den sich meine Freunde merken können: Wenn die Push-Nachricht kommt und mitteilt, dass die digitale SZ verfügbar ist, hat Britta Feierabend.

Ihre Britta Schönhütl

Eine Fotoausstellung

»Zeitlang« Unbekanntes Bayern

Gamsbart, Berge, Königsschlösser: Wer an Bayern denkt, der verbindet damit meist Oberbayern und die gängigen Klischees, mit denen sich das Land seit 100 Jahren in der ganzen Welt vermarktet. Eine andere Seite des Freistaats zeigen die SZ-Redakteure Sebastian Beck (Fotografien) und Hans Kratzer (Texte) in der Fotoausstellung zum gleichnamigen Bildband „Zeitlang – Erkundungen im unbekannten Bayern“.

Vor ein paar Jahren kam ich zum ersten Mal nach langer Zeit wieder im Wallfahrtsort Altötting vorbei. In der Gnadenkapelle beobachtete ich die Putzfrau beim Bodenwischen. Ich konnte nicht widerstehen und fotografierte sie, obwohl in der Kirche Kameras verboten sind. Doch die besondere Atmosphäre ließ mich nicht los. Und so besorgte ich mir die Fotoerlaubnis des Stadtpfarrers, um fast ein halbes Jahr lang die Marienverehrung zu dokumentieren. Daraus wurde am Ende eine große Reportage in der Süddeutschen Zeitung.

Der Erfolg der Ausstellung hat uns verblüfft.

Sebastian Beck

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre habe ich zusammen mit den Kollegen Hans Kratzer und Andreas Glas etliche Projekte verfolgt: Von der Fronleichnamsfeier im Biergarten bis zur Feuerwehrfahrzeugweihe im Dorf. Ende 2018 fassten wir sie im Bildband „Zeitlang – Erkundungen im unbekannten Bayern“ zusammen, dem die gleichnamige Ausstellung folgte.

Die Ausstellung, die bereits mit großem Erfolg in Burghausen, Passau und Regensburg gezeigt wurde, kommt nun in einer überarbeiteten Form erstmals nach München. Sobald die Coronazahlen es erlauben, wird sie umgehend eröffnet.

Bis Ende Mai 2021 sind die rund 70 großformatigen Fotos und Texte im Literaturhaus München zu sehen. Dazu gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm unter anderem mit Geschichten von Gerhard Polt.

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-muenchen.de/ausstellung/zeitlang

Führung durch das Druckzentrum des Süddeutschen Verlages

Making of Süddeutsche Zeitung

Es ist schwer zu sagen, woran es liegt, womöglich am Rascheln, wenn man sie umblättert, oder am Anblick der schwarzen Buchstaben auf dem matten Papier. Eine Zeitung in Händen zu halten, gibt vielen Menschen auch im digitalen Zeitalter ein gutes und vertrautes Gefühl.

Die wenigsten wissen jedoch, wie das Produkt entsteht, das sie jeden Tag aufschlagen. Es wird gedruckt, klar. Aber wie funktioniert das? Wie kommen die unzähligen Artikel aus der Redaktion in die Zeitung? Und wie gelangt die fertige Zeitung in den Briefkasten und Kiosk? Das können Leserinnen und Leser der Süddeutschen Zeitung kostenlos und in kleinen Gruppen selbst herausfinden – bei einer Führung durch das Münchner SV-Druckzentrum.

Jeden Tag werden etwa 200.000 Exemplare der Süddeutschen Zeitung in München gedruckt, an Freitagen und Samstagen sind es sogar 240.000.

Willkommen im Druckzentrum des Süddeutschen Verlages! Als Einführung geht es nicht in die Fabrikhalle, sondern in einen kleinen Kinosaal. In einem 20-minütigen Film stellt sich die Redaktion der Süddeutschen Zeitung vor. So eingestimmt schlüpfen die Leserinnen und Leser endlich in ihre gelben Warnwesten und gelangen über einen Lastenaufzug hinein in die Produktionsstätte.

Was später in der Zeitung zu lesen ist, steht auf Druckplatten aus Aluminium und wird vierfarbig aufgedruckt. Was die Besuchsgruppe jedoch zuerst staunend erblickt, sind die 22 großen Drucktürme. Jeweils drei gehören zu einer Maschine und werden auf einen Falzapparat gekuppelt. Über Fließbänder verlassen die Zeitungen die Türme, befestigt an Klemmen, die sie einzwicken und später wieder loslassen.

Die fertigen Zeitungen landen im Versandraum, in dem Abertausende Exemplare in einem beeindruckenden Fließbandsalat über die Köpfe der Besuchergruppe hinwegrattern. Jeden Tag werden im SV-Druckzentrum in München etwa 200.000 Exemplare der Süddeutschen Zeitung gedruckt, freitags und samstags sogar 240.000. Hinzu kommen Zeitungen wie Handelsblatt, Bild, Welt oder Frankfurter Allgemeine Zeitung, die aus logistischen Gründen vom Süddeutschen Verlag gedruckt werden. Umgekehrt wird auch die Süddeutsche Zeitung noch an vier weiteren Standorten bundesweit gedruckt mit einer Auflage von täglich 110.000 Exemplaren, freitags und samstags 144.000 bzw. 167.000.

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Achtung: Aufgrund der aktuellen Situation finden bis auf Weiteres leider keine Veranstaltungen statt!

Alle SZ Einblicke

Die ganze Vielfalt der SZ Einblicke finden Sie in der folgenden Übersicht.